Ein nicht nur von verschiedenen Ländern gern benutztes Wort. 2
Nehmen wir nun an, dass sich das neutrale Land aus dem ersten Beispiel in nichts eingemischt hat, obwohl die Möglichkeiten da waren alles friedlich zu lösen. Ein Anderes Land in der Nähe greift ein, aus welchen Motiven auch immer und es gibt nicht nur ein Aufstand, sondern ein Krieg. Dieser Krieg breitet sich aus und erreicht auch das neutrale Land, welches nun zur Selbstverteidigung gezwungen ist, sich zu wehren, also im Krieg mitzuwirken. Das wäre wohl nicht gut. Zerlegen wir dies nochmal. Das Land hätte helfen können friedlich den Aufstand zu beenden, war dazu aber nicht bereit, Krieg mit den Aufständischen wollte es auch nicht und verhielt sich neutral. Friedliches Beenden, wäre gut gewesen. Krieg nicht. Da die Neutralität jedoch den Krieg durch die Verkettung durch Zufälle zu diesem Land gebracht hat, war das wohl nicht so klug. Wie gesagt, dies ist nur eine Möglichkeit, wie es hätte laufen können, aber wer weiß das schon. Es wäre dann wohl besser gewesen friedlich einzugreifen, damit das Übel nicht auf einen zurückfällt. Ich weiß, solche Beispiele sind sehr vage, deshalb soll dies nur zum Denken anregen.
Gehen wir doch einfach zum zweiten Beispiel über. Die Politiker die sich neutral in der Sitzung verhalten. Nicht schlimm, wenn es einem egal ist, sich aus allem herauszuhalten.
Zerlegen wir auch das und sehen genauer hin. Nehmen wir an, dass durch diese Neutralität für etwas abgestimmt wird, was den Menschen viel Geld kostet. Aktuelle Situationen sind ja weltweit bekannt. Hätten diese neutralen Politiker dagegen gestimmt, dann wäre es nicht zu so einer Entscheidung gekommen. Da man sich aber geweigert hat zu entscheiden, ist es für die Leute übler ausgefallen. Dieses Beispiel ist uns wohl näher, da wir davon direkter betroffen sind. Wie auch immer, ich will nur etwas zum Denken anregen.
Nun zum Dritten Beispiel. Gehen wir einfach davon aus, dass wir, besonders wenn wir zusammenhalten, etwas Schlimmeres bei der Auseinandersetzung auf der Straße hätten verhindern können. Wir ziehen es jedoch vor, neutral zu bleiben. Nun nehmen wir an, dass einer der Zerstrittenen eine Waffe zieht und den Anderen schwer verletzt oder gar tötet, nur weil es eskaliert ist. Gehen wir ferner davon aus, dass wir die Situation hätten verhindern können, hätten wir rechtzeitig eingegriffen. Niemand hätte eine Waffe gezogen und niemand wäre wohl verletzt worden. Nehmen wir auch eine Andere Möglichkeit an, nämlich, dass der der geschossen hat, noch neun andere Menschen tötet. Dies kommt leider viel zu häufig vor.
Schauen wir nochmals genauer hin. Neutral zu sein heißt nicht sich herauszuhalten. Wenn wir annehmen, dass es einen, na nennen wir ihn richtigen Weg und auch einen falschen Weg des Handelns geben mag, so wählt der, der sich unter den Deckmantel der Neutralität begibt, dann den Falschen.
(Andreas Bachert)